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Friedrich Merz: Die Ära der bedingungslosen Freundschaft zwischen Europa und Amerika ist zu Ende
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Friedrich Merz: Die Ära der bedingungslosen Freundschaft zwischen Europa und Amerika ist zu Ende

منبع تصویر: dw.com

Von Euronews Farsi Editorial 3 Min. Lesezeit 36,548

Friedrich Merz, der Bundeskanzler Deutschlands, erklärte auf einer Wahlveranstaltung im Hauptquartier der Christlich Demokratischen Union Deutschlands (CDU) in Berlin, dass die "bedingungslose Freundschaft" zwischen Amerika und Europa, die seit dem Zweiten Weltkrieg besteht, zumindest unter den gegenwärtigen Bedingungen zu Ende gegangen sei.

Veränderungen in den transatlantischen Beziehungen

Merz wies auf die politischen Veränderungen jenseits des Atlantiks hin und sagte: „Jenseits des Atlantiks beobachten wir Veränderungen in den politischen Positionen und auch eine veränderte Sicht auf die transatlantische Allianz; Veränderungen, die wir für unmöglich hielten.“ Diese Äußerungen deuten auf tiefere Risse in den historischen Beziehungen zwischen beiden Seiten hin.

Der Bundeskanzler Deutschlands verglich die gegenwärtigen Beziehungen mit den Besuchen früherer US-Präsidenten in Berlin und verwies auf die berühmten Reden von John F. Kennedy und Ronald Reagan. Diese Vergleiche könnten ein Zeichen für die zunehmenden Sorgen Deutschlands über die Zukunft der Beziehungen zu den Vereinigten Staaten sein.

Neueste Gespräche mit Trump

Merz sprach am Donnerstag, dem 17. September, telefonisch mit Donald Trump, dem Präsidenten der Vereinigten Staaten. Laut dem Sprecher der deutschen Regierung betonten beide Seiten die besondere Verbindung zwischen dem deutschen und dem amerikanischen Volk und tauschten sich über die Bemühungen der USA aus, den Krieg Russlands gegen die Ukraine und die zunehmenden Krisen im Persischen Golf und im Roten Meer zu beenden.

In einer anderen Entwicklung ist Kanada näher an die Europäische Union gerückt, und Mark Carney, der Premierminister Kanadas, hat dem Vorschlag, sein Land zu einem "assoziierten Mitglied" der Europäischen Union zu machen, zugestimmt. Diese Entwicklungen wurden von scharfen Reaktionen Donald Trumps begleitet, der drohte, neue Zölle gegen Europa zu erheben, wenn diese Entwicklungen den USA schaden sollten.

Die Reaktionen auf den Sieg der rechtspopulistischen Alternative für Deutschland (AfD) bei den Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt haben ebenfalls die politische Stimmung in Deutschland beeinflusst, und einige politische Kreise forderten den Rücktritt des Kanzlers. Die Beziehungen zwischen Deutschland und den Vereinigten Staaten stehen trotz umfangreicher wirtschaftlicher Verbindungen zwischen beiden Ländern vor ernsthaften Herausforderungen.

Friedrich Merz hatte zuvor mit seinen Äußerungen die Aufmerksamkeit der Trump-Regierung auf sich gezogen. Er hatte im April dieses Jahres in einer Ansprache an Schüler gesagt, dass die amerikanischen Verhandler, die nach einem Ausweg aus dem Krieg mit dem Iran suchen, "demütigt werden". Diese Äußerungen wurden von Trump kommentiert, der ankündigte, etwa fünftausend amerikanische Soldaten aus Deutschland abzuziehen.

Die neuen Äußerungen von Merz erinnern an die Worte von Angela Merkel, der ehemaligen Bundeskanzlerin Deutschlands, in der ersten Amtszeit von Trump. Merkel hatte damals gesagt, dass die vertrauensvolle Beziehung, die seit dem Zweiten Weltkrieg besteht, "zum Teil zu Ende gegangen ist". Ihre Worte fanden damals weltweit große Beachtung.