Die Opiumproduktion in Afghanistan hat im vergangenen Jahr erheblich zugenommen. Das Büro der Vereinten Nationen für Drogen- und Verbrechensbekämpfung hat berichtet, dass die Opiumproduktion im Jahr 2026 im Vergleich zum Vorjahr um etwa 400 Prozent gestiegen ist. Dieser Anstieg ist der erste signifikante Sprung seit dem Verbot des Anbaus und der Produktion von Drogen durch die Taliban im Jahr 2022.
Steigerung des Schlafmohnanbaus und der Opiumproduktion
Dem Bericht zufolge ist die Anbaufläche für Schlafmohn in Afghanistan von etwa 10.000 Hektar im Jahr 2025 auf über 43.000 Hektar im Jahr 2026 gestiegen; ein Anstieg von etwa 330 Prozent. Die Menge der Opiumproduktion ist ebenfalls von etwa 300 Tonnen im vergangenen Jahr auf fast 1.500 Tonnen gestiegen. Dennoch ist die Anbaufläche und die Produktionsmenge noch nicht auf dem Niveau vor dem Verbot der Taliban im Jahr 2021, als etwa 200.000 Hektar des afghanischen Landes mit Schlafmohn bebaut waren.
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Armut und Lebensunterhaltsherausforderungen der Bauern
Das Büro der Vereinten Nationen für Drogen- und Verbrechensbekämpfung sieht die Verschärfung der Armut und die steigenden Lebenshaltungskosten als Hauptgründe für die Rückkehr einiger Bauern zum Anbau von Schlafmohn. Die Einnahmen aus dem Anbau von Getreide und Viehzucht reichen nicht aus, um die Kosten vieler ländlicher Familien zu decken, und einige Bauern bauen heimlich Schlafmohn an, um ihren Lebensunterhalt zu sichern. Kleine Schlafmohnfelder werden zwischen Getreidefeldern oder in eingezäunten Bereichen und Gebäuden versteckt, um ihre Entdeckung und Zerstörung zu verhindern.
Monika Juma, die Geschäftsführerin dieser Einrichtung, erklärte zu diesem Trend: "Der vierfache Anstieg des Schlafmohnanbaus zeigt, wie schwierig es ist, den illegalen Anbau von Opium nachhaltig zu reduzieren, wenn arme Bauern keine Alternativen haben, um ihre Familien zu ernähren." Sie betonte, dass die Taliban-Behörden und die internationale Gemeinschaft zusammenarbeiten sollten, um in ländliche Lebensgrundlagen, landwirtschaftliche Infrastruktur und den Zugang der Bauern zu Märkten zu investieren.
Die Taliban haben im April 2022, nach ihrer Rückkehr an die Macht im August 2021, ein offizielles Verbot des Anbaus von Schlafmohn und der Produktion von Drogen verhängt. Dieses Verbot hat Hunderttausende von Bauern und Tagelöhnern, die von den Einnahmen dieses Produkts abhängig waren, schwer getroffen. Schätzungen der Vereinten Nationen zufolge sind die Einnahmen der Opiumhändler in Afghanistan auf etwa 525 Millionen Euro gestiegen, ein Betrag, der als nahe am Niveau vor dem Verbot beschrieben wird.
Die Vereinten Nationen haben die internationale Gemeinschaft aufgefordert, durch die Schaffung alternativer wirtschaftlicher Möglichkeiten und den Ausbau der landwirtschaftlichen Infrastruktur die Abhängigkeit ländlicher Gemeinschaften von illegalen Produkten zu verringern. Diese Einrichtung hat auch die Notwendigkeit betont, die weltweite Nachfrage nach Opium zu reduzieren.
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