Fereshteh Kolani, Psychologin, hat in ihren letzten Gesprächen eine der wichtigen Fragen in zwischenmenschlichen Beziehungen beantwortet: Warum fühlen sich viele Menschen beim Ausdrücken ihrer Probleme und Gefühle mit Fremden leichter als mit Familienmitgliedern? Sie weist auf die Schäden hin, die durch Vorwürfe und Urteile in familiären Beziehungen entstehen, und betont die Notwendigkeit, einen sicheren Raum für das Ausdrücken von Gefühlen zu schaffen.
Die Rolle von Vorwürfen und Herabsetzung in familiären Beziehungen
Kolani erklärt, dass ständige Vorwürfe oder Herabsetzungen wie das Tropfen von Säure auf die Wurzeln von Beziehungen sind, was letztendlich zu deren Zerstörung führt. Sie erläutert, dass, wenn eine Person das Gefühl hat, dass jedes ihrer Worte mit Urteilen wie „Du machst immer alles falsch“ konfrontiert wird, sie auf den Abwehrmechanismus des „schützenden Schweigens“ zurückgreift. In diesem Fall zieht es die Person vor, zu schweigen, anstatt sich mit unterdrückten Gefühlen auseinanderzusetzen.
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Zum Beispiel, wenn eine Frau nach einem harten Arbeitstag sagt: „Heute war ein harter Tag“, und sie mit einem Urteil wie „Hättest du nicht zur Arbeit gehen sollen“ konfrontiert wird, erlebt sie Gefühle von Vorwurf und Herabsetzung. Kolani schlägt vor, dass Familien in Zeiten, in denen Probleme angesprochen werden, die „Schweigeregel“ einhalten sollten; das bedeutet, dass sie in diesen Zeiten anstelle von Urteilen und Vorwürfen nur zuhören und Mitgefühl zeigen.
Die Auswirkungen von Etikettierung auf familiäre Beziehungen
Diese Psychologin fährt fort, dass Etiketten wie „Faulheit“ oder „Unordnung“ tiefgreifende negative Auswirkungen auf familiäre Beziehungen haben können. Menschen sind normalerweise im Wachstum und Wandel, aber Familienmitglieder haben oft ein veraltetes Bild von ihnen im Kopf und aktualisieren es nicht. Dieses Problem kann dazu führen, dass sich die Person unzulänglich fühlt und ihre Motivation zur Veränderung verliert.
Kolani weist auch auf die Gefahren des Gedankenlesens und der Erwartung hin, nonverbal verstanden zu werden. Sie sagt, dass diese Erwartung ernsthafte Schäden an der familiären Intimität verursachen und negative Gefühle hervorrufen kann. Menschen sollten lernen, ihre Wünsche klar und respektvoll auszudrücken und anstelle von Ratschlägen und Urteilen Mitgefühl zu zeigen.
Kolani betont am Ende, dass vertrauensvolle Räume in der Familie sehr wichtig sind. Es ist für viele einfacher, Geheimnisse und Gefühle Fremden anzuvertrauen, da es hier keine Urteile und negativen Konsequenzen gibt. Sie empfiehlt den Familien, einen sicheren und urteilsfreien Raum zu schaffen, in dem sie einander erlauben, ohne Angst vor Etikettierung und Vorwürfen ihre Gefühle und Probleme auszudrücken.
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